Am 4. Juni 2020 wurde der 42 Kilometer lange Moutainbike-Rundkurs „Haard on Tour“ eröffnet. Oliver Rapp aus der Einradabteilung hat ihn ausprobiert. Natürlich mit dem Einrad.

Ich bin die 42 km Distanz in den letzten Wochen mehrfach mit dem 24 Zoll Einrad fürs grobe Gelände (Muni) gefahren und habe auf den Halden Rungenberg, Hoheward und Hoppenbruch den einen oder anderen Single-Trail ausprobiert. Der nächste Schritt war also ein 42 km Trail. Praktischerweise wurde jüngst eine entsprechend ausgeschilderte Strecke in der Haard eröffnet.

Dienstags vormittags um 09:00 Uhr ist die Haard noch ziemlich leer. Ideale Voraussetzungen, wenn man mit dem Einrad über einen Trail fahren und dabei die MTB Kollegen und Kolleginnen möglichst nicht behindert möchte.

Bei noch sehr angenehmen 16° C erfolgte der Einstieg in den Rundkurs über den Wanderparkplatz 58 an der Ecke Haltener Str. / Haardgrenzweg. Bereits von hier aus ist der Zubringer zum Rundkurs mit blauen Schildern gekennzeichnet. Ich bin in der Haard nicht ortskundig und habe mich von da an von den kleinen Pfeilen leiten lassen. Das hat über die ganze Strecke hinweg ganz gut funktioniert, auch wenn die Pfeile nicht immer ganz eindeutig waren. Leider ging dabei des Öfteren die allgemeine Orientierung verloren und ich war mir nicht immer ganz sicher, wo ich in der Haard eigentlich gerade war. Hier hätte eine kleine Nummerierung der Schilder geholfen. Als Einradfahrer bin ich meistens deutlich langsamer unterwegs, als die MTB‘ler. Daher hatte ich auch keine Probleme damit, Schilder zu übersehen. Den Zweiradkollegen und Kolleginnen könnte bei rasanter Fahrt jedoch schnell mal ein Hinweis entgehen.

Direkt nach dem Einstieg in den Rundkurs begrüßte mich auch schon das erste „Achtung“ Schild. Diese werden zu meist an besonders kritischen Stellen platziert. Allerdings hat sich mir nicht immer ganz die Logik erschlossen, nach denen die Schilder platziert wurden oder wovor sie eigentlich waren. Ab und an stand ich bereits bis zu den Knöcheln im Sand, bevor mich ein Schild warnte – wahrscheinlich vor dem Sand.

Ich bin auf dem Einrad kein Downhill-Experte. Mein Ehrgeiz bei dieser erste Probefahrt ging vielmehr dahin, den Kurs mehr oder weniger heil zu überstehen. Daher habe ich die eine oder andere Passage fußläufig überwunden. Eine besondere Herausforderung war teilweise auch der sandige Untergrund und einige Wurzelfelder. Das breite 24x3 Zoll Muni hat zwar schon ein sehr angenehmes Überrollverhalten, aber auch hier ein da ging es nur zu Fuß für mich weiter.

Den Energiehaushalt konnte ich mit wenigen Gels und Riegeln gut regulieren. Als echtes Problem stellte sich die Wasserversorgung heraus. Ich hatte zwar bereits eine 1,5 Liter Flasche im Rucksack, aber spätestens ab der Mitte Strecke musste ich mir eingestehen, dass ich den Zeitaufwand deutlich zu optimistisch eingeschätzt habe und musste nun mein Wasser strenger rationieren. Auf den 42 Kilometer auf der Halde Hoheward brauche ich i.d.R. knapp 4:30 h. Keine überragende Zeit, aber noch akzeptabel. Bei der Haard Tour war ich letztendlich fast sieben Stunden im Sattel.

Ab dem Zeitpunkt war mir dann auch die wunderschöne Landschaft ziemlich egal. Ich wollte die „grüne Hölle“, wie die Haard manchmal genannt wird, einfach nur noch überstehen.

Auch wenn die sandigen Streckenabschnitte ein wenig nervten, die ganze Tour länger als gedacht dauerte und am Ende sogar das Wasser knapp wurde, war es eine gute Idee, die Haard on Tour Strecke auf dem Einrad zu wagen und die Herausforderungen anzugehen. Allerdings wird das wahrscheinlich keine Aktion werden, die ich regelmäßiger durchführe. Zumindest nicht die ganze 42 Kilometer Strecke in Gänze.

 

 

 

Text + Fotos: Oliver Rapp