Das vergangene Wochenende wurde genutzt um an zwei RTF's des RV Schleswig teilzunehmen. Freitags ging es mit dem Zug entspannt nach Schleswig und dann abends in die Stadt. Die Schlei selbst ist kein Fluss, sondern ein Ostssee Fjord und Kernbestandteil der Schleswiger RTF's. Wie ich heute erfahren habe war auch Joachim mit Tanja in Schleswig am Start. Die beiden haben am Sonntag den Marathon absolviert. Gesehen haben wir uns dabei leider nicht, dafür waren die Zeitabstände beim Start dann doch nicht groß genug.

Am Samstag stand ein Brevet auf dem Programm, bei dem man wahlweise 124, 150 oder 200 km fahren konnte. Bei bestem Sommerwetter, 25 Grad mit Sonne und ohne viel Wind, fanden leider nur 19(!) Radsportler den Weg nach Schleswig. Und ich hatte das Glück das ich mit Martin aus Eckernförde direkt vom Start weg den idealen Partner gefunden hatte. Über 140 km haben wir zusammen absolviert, bevor er noch auf die 200 km Schleife abbog. Danke nochmals von dieser Stelle für die tolle Begleitung. Nachdem wir mit Hilfe des Navis die ersten Kilometer durch Schleswig absolviert hatten ging es mit etwas Rückenwind zügig nördlich der Schlei in Richtung Kappeln. Hier sahen wir leider nur wenig von der Schlei selbst, aber die Straßen waren wenig befahren und wir kamen sehr gut voran. Von Kappeln führte uns der Weg in Richtung Gelting. Hier war ich nach rund 50 km mit meiner Schwester an der dortigen Bäckerei verabredet. Sie wohnt nur wenige Kilometer entfernt und versorgte mich gleich einmal mit frischen Wasser, während Martin die Bäckerei enterte. Nach einige weniger schönen Kilometern entland der B199, die wir auf Grund des Verkehrs gleich einmal auf dem Radweg absolvierten, gelangten wir direkt an die Oststee. Der Blick auf die Flensburger Förde sollte uns die nächsten Kilometer bis Glücksburg immer wieder begleiten. Der Verein hatte tolle Wege ausgesucht, wobei man die Hügel in dieser ehemaligen Eiszeit Landschaft nicht unterschätzen sollte.

Von Glücksburg aus ging es ins Landesinnere. Ziel der nächsten Etappe war Tarp, wo ich vor 40 Jahren mal 12 Monate Wehrdienst absolvieren durfte. Auch nach so langer Zeit konnte ich den einen oder anderen Punkt noch wiedererkennen, wobei der Bundeswehrstandort selbst bereits sehr viele Jahre nicht mehr existiert. Hier machten wir nach knapp 110 KM die bei ALDI die nächste Pause und stärkten uns noch einmal für die nächsten Kilometer.

Kurz hinter Tarp erreichten wir eine Allee, die uns bei bestem Asphalt viele Kilometer fast ohne Verkehr nach Süden führte. So macht Radsport einfach nur Spaß. Gegen Mittag wurde es dann doch deutlich wärmer, so dass ich froh war die letzten Kilometer nach Schleswig mit etwas Rückenwind zurück legen zu dürfen. Eine sehr schöne Runde, die ohne Probleme mit dem Navi gefahren werden kann und deutlich mehr Teilnehmer verdient hat.

Am Sonntag hieß es dann "Rund um die Schlei". Bei für Schleswig-Holstein mehr als ungewöhnlichen Temperaturen bis zu 30 Grad nicht nur für mich eine Hitzeschlacht. Los ging es mit einer Schleife um Schleswig und ein wenig nach Süden bis zur ersten Kontrolle. Jürgen hätte bei den sehr schön angerichteten verschiedenen Broten seine helle Freude gehabt. Und jetzt führte uns die Strecke auch an die Schlei, wo man immer wieder tolle Blicke über das Wasser genießen konnte. Über Rieseby, Krieseby, Sieseby und Thumby führte die Strecke zur zweiten Kontrolle nach Kappeln. Hier kamen wir kurz vor 9:45 Uhr an, was bei einigen schnellen Gruppen Hektik auslöste. Wird doch die dortige Schleibrücke dann hoch geklappt, so dass man gut 15 Minuten Pause hat bis alle Segelbotote die Brücke passiert haben. Die meisten nutzen die willkommene Pause zur Abkühlung und Nahrungsaufnahme. An der Kontrolle gab es neben vielen anderen Leckereien auch warmen Milchreis, wahlweise mit Zimt und Zucker oder roter Grütze!

Der Rückweg von Kappeln führte uns nun nördlich der Schlei zurück in Richtung Schleswig. Die kombinierte Straßen und Eisenbahnbrücke in Lindaunis kündigte die Zusammenkunft mit den kürzeren Strecken an, bevor es direkt an der Schlei an den Drehorten des ehemaligen Landarztes vorbei ging.

Mir war bei 30 Grad und kaum einem Luftzug nur noch warm und ich wollte ins Ziel und unter die Dusche. Das ging aber nicht nur mir so, wie man an der letzten Kontrolle der 110 KM Runde merken konnte. Auch wenn gegen Ende der Tour der Wind aufkam und ein wenig auf West drehte, so richtig genießen kann ich das dann nicht mehr. Im Ziel sah man dann auch vielen anderen die Strapazen des Tages an. Ich habe dann erst einmal längere Zeit unter der kalten Dusche gestanden, bevor es dann zurück zum Bahnhof und mit dem Zug wieder nach Hause ging. Auf dem Rückweg macht die Bahn ihrem Namen dann mal wieder alle Ehre, der aus Westerland kommende IC hatte ziemlich genau eine Stunde Verspätung. Na ja, das gibt dann wenigstens einen Teil des Fahrpreises wieder zurück. Die Fahrt selbst verlief dann problemlos und in Buer hatte sich die größte Hitze schon wieder ein wenig verzogen. Ein tolles RTF Wochenende, das einfach nur Spaß gemacht hat und Abwechslung von den bekannten Strecken vor der Haustür geboten hat.