Frank und ich hatten uns für Freitag zum Wanderabenteuer am Edersee angemdelt. Zur Auswahl standen 42 und 85 km Wegstrecke, wobei wir uns beide für die lange Runde angemeldet hatten. Der Start fand morgens um 8 Uhr im Kurort Bad Wildungen statt, so dass wir bereits am abend vorher angreist waren und wie einige andere im Auto geschlafen hatten. Morgens warteten kühle 10 Grad und ein klarer Himmel auf uns. In der Wandelhalle von Bad Wildungen war die gut organisierte Anmeldung, hier bekam auch jeder sein Multifunktionsshirt zum Wandermarathon, was sehr zu Franks Mißfallen in Neongelb gehalten war. Aber es bestand ja keine Pflicht das Shirt anzuziehen.

In der Wandelhalle wurden über 300 Wanderer von den Ausrichtern und dem Extremwanderer Thorsten Hoyer begrüßt (der Herr mit den längeren Haaren), der selbstverständlich die Strecke mit absolvierte. Nach einem Gruppenfoto vor der Wandelhalle ging es Punkt 8 Uhr auf die Strecke. Die ersten Kilometer führten durch den Kurpark in den Nachbarort Reinhardshausen. Von hier führte uns die Strecke über 8 km zur ersten Kontrolle nach Hüdingen, wobei es hier einen größeren Stau an der Essenausgabe gab, da man versuchte frische Waffeln und Kaffee zu reichen, was sich bei dem Andrang als etwas schwierig erwies. Aber es gab auch noch Alternativen, die man schneller errreichen konnte.

Auf den nächsten 8 km stiegen die Temperaturen und auch unsere Laune. Eine schöne Landschaft und tolles Wetter ließen die Kilometer nur so dahin schmelzen, so dass wir in Gellershausen die nächste Kontrolle auf dem Sportplatz erreichten, der den schönen Namen Angstberg Arena trug. Wer weiß wer hier schon so alles geschlagen wurde? Wir wurden hier auf jeden Fall mit allem erdenklichen Leckereien verwöhnt, hier machten wohl auch alle eine erste längere Pause in der Sonne.

Der nächste Abschnitt war dann etwas kürzer und nach Frebershausen erreichten wir den Nationalpark Kellerwald-Edersse. Falls sich jemand noch erinnern kann, die hier genannten Orte haben wir vor einigen Jahren mit dem Rad abgefahren, als wir mit unserer Etappenfahrt in Korbach Station gemacht haben. Andreas K. ist wohl noch immer die Wildkatze in Erinnerung, die immer länger wurde? Wir erreichten auf jeden Fall nach einem schönen Waldtrail eine Lichtung auf der die Quernstkappelle steht, hier wartete die nächste Verpflegung auf uns. Mitten im Wald gelegen wurden wir auch hier mit Obst, Riegeln und Getränken von den Nationalparkrangern versorgt. Jetzt wartete auf uns ein 13,5 km langes Teilstück nach Kleinern, welches uns über 10 km durch den Buchenwald des Nationalparkes führte. Hier glaubt man dann auch, dass es sich um den größten Buchenwald Europas handelt. Auch wenn die Natur beeindrucken ist, mir fehlte hier etwas Abwechslung, da es keine Ausblicke oder andere Highlights gab. So kam die Kontrolle in Kleinern nach insgesamt 37 km gerade Recht, wobei hier meine Probleme anfingen. Mitten unter dem Fuß hatte sich eine erste Blase gebildet.

Nach einer Stärkung machten wir uns auf das 5 km kurze Teilstück zur Tourteilung in Hemfurth. Hier endete der Marathon und die Extremwanderer wurden in die Nacht entlassen. Wobei die bei dem schönen Wetter noch etwas auf sich warten ließ. Vorher ging es aber am Affolderener See und den Rohren des Pumpspeicherwerkes vorbei, mit dem EON zusätzlichen Strom erzeugt. Mit einem tollen Blick auf die Eder endete die Marathon Etappe an der Touristeninformation in Hemfurth. Hier wartet mal wieder ein tolles Kuchenbuffett auf uns. Nachdem die letzten Kilometer schon eine Quälerei für mich waren beendete ich hier die Tour, mit inzwischen drei dicken Blasen mitten unter dem Fuß hatte das weiter gehen keinen Sinn mehr. So wünschte ich Frank alles Gute für den zweiten Marathon, auf den die eigentlichen Highlights der Region warteten. Für mich ging es mit dem Bus wieder zurück nach Bad Wildungen und zur Fußpflege nach Hause. Nachdem es die Woche vorher im Harz noch so gut gelaufen war, hatte ich damit dieses mal nicht gerechnet.

Frank hatte für die nächsten 40 km zwei Mitwanderer gefunden, mit denen er die Runde in die Nacht hinein absolvierte. Nach wenigen Metern hatte die Gruppe die Sperrmauer vom Edersee erreicht, an dem entlang es zur nächsten Kontrolle nach Waldeck West ging. Über den nun folgenden Urwald Erelbnissteig, ein toller Wanderweg rund um den Edersse, ging es entlang knorriger Buchen nach Niederwerbe. Nach der dortigen Kontrolle führt der Weg im Hinterland zurück nach Waldeck welches man entlang des Golfplatzes erreicht. Die dortige Burg Waldeck düfte vielen bekannt sein. Über den Kellerwaldsteig hoch oben üder den Edersse (bzw. was vom See nach dem Sommer noch übrig ist) ging es in der Nacht zurück nach Hemfurth, die bereits vom Nachmittag bekannte Kontrolle. Danach wurde der Affolderner See jetzt flach auf der anderen Seite umrundet und es ging noch einmal zur letzten Kontrolle nach Kleinern, an der wir heute auch schon einmal waren. Frank berichtet, dass es bis km 70 gut gelaufen ist, die letzten 15 km dann aber richtig hart waren und er seinen beiden Mitwanderern für die Motivationshilfe sehr dankbar war. Um 3:25 Uhr erreichte Frank nach 85 km und 19:25 Stunde wieder die Wandelhalle in Bad Wildungen. Eine tolle Leistung, gleich bei seinem ersten Wandermarathon hat er die Extrem Strecke gemeistert.