24 Stunden Rad am Ring 2011 oder gibt es noch etwas Härteres ?

 

Über die Veranstaltung an sich ist schon eine Menge gesagt worden....... (http://www.radamring.de/de/start.html)

Jeder kennt Jemanden der schon dort gestartet ist, kein Wunder bei in diesem Jahr 5000 Teilnehmern in allen Wettbewerben. Jeder Teilnehmer wird von seinem persönlichen Leiden berichten - ich kann nur einen kleinen Einblick in die Radsportlerseele aus Sicht eines nur am Rande beteiligten Jedermannrennfahrer (75 km) geben. Aber ich habe sie die ganzen 24 Stunden beobachtet.

Welcher Wettbewerb ist der anstrengendste ? Natürlich Einzelstarter !!! Mein Respekt für alle die am Start standen, bei glühender Hitze mit 1500 Teilnehmern in einem Block die 24 h vor Augen. Kurz nach den drei Jedermannblocks ging es also auch für unsere drei Einzelstarter auf die Strecke. In den ersten drei Runden war ich noch etwas mit mir beschäftigt. Kurz vor meiner Zieldurchfahrt überholte ich Claudia auf ihrer zweiten Runde, zum Glück habe ich die Übersicht behalten, denn sie wollte mich gleich noch eine Runde fahren lassen. Leider mussten wir kurz darauf auch die erste herbe Enttäuschung des Wochenendes hinnehmen - Claudia konnte nach drei Runden mit starken Knieschmerzen nicht mehr weiterfahren. Welcher Schmerz hier mehr überwog, ist wohl allen klar die Claudia kennen, sie hatte sich viel vorgenommen und gut trainiert, vom riesigen Aufwand, den man betreiben muss um überhaupt am Start zu stehen ganz zu schweigen. Eine herbe Enttäuschung, nach zwei dritten Plätzen jetzt das...... Aber es kamen noch mehr schlechte Nachrichten, auch Angela musste verletztungsbedingt aufhören. So war unser einziges Ass unser Dirk. Wie eine Maschine fuhr er immer wieder diesen Berg hoch, in der Nacht eine kurze Pause von 4 bis 6 und dann wieder aufs Rad. Bei einer meiner Sightseeingtouren am Sonntagmorgen (ich mußte einfach noch ein paar Runden fahren) sind wir ein Stück zusammengefahren und haben uns gut unterhalten. Er war echt noch fit und hat sich alles gut eingeteilt, so konnte er am Ende 15 Runden zurücklegen. Persönlicher Rekord. Respekt und Gratulation.

Am Abend habe ich mit Claudia darüber sinniert warum man sich das antut, gewinnen kann nur einer (und sicher sind das nicht wir) also warum ? Habe in der Nacht viel Zeit gehabt, die Fahrer zu beobachten, wie ein Bienenschwarm ging es auch nachts weiter, keine Ruhe, nur um 4 Uhr war es etwas stiller. Tja warum ? Als Einzelstarter ist es das Gefühl ich hab's geschafft !!! Da bin ich ganz sicher, diese Gefühl kann man nicht beschreiben, man muss es erleben.......... Als Team ist es das Teamgefühl, auch dieses Gefühl ist einzigartig. Beim 8er Team vielleicht nicht ganz so wie beim Zweier ;-)

Wer wirklich wissen will wie es war muss selber hin !

Fahren wir wieder hin ? Dirk hat mir auf unserer Runde gesagt: Nein !!

Habe ich auch schon mal gesagt - nach dem ersten Jahr, nach dem zweiten Jahr und erst recht nach meinem Einzelstart vor zwei Jahren, auch auf meiner ersten Runde zur Hohen Acht hoch in diesem Jahr, war mir klar hier fährst Du nicht wieder hin.........

Alles Quatsch - ich glaube heute schon, im nächsten Jahr sind wir wieder dabei - Claudia hat noch eine Rechnung auf und ich habe mich als Partner fürs Zweierteam bei ihr angeboten - schauen wir mal.................

Rad am Ring 2009

Joachims Bericht zum diesjährigen Rad am Ring, die Bilder vorher zeigen Familie Herrmann noch ganz munter und zuversichtlich:

Durch den Ausfall von Werner Köhler waren wir nur noch drei Einzelstarter bei Rad am Ring. Insgesamt waren über 280 Einzelstarter zum Rennen angetreten. Ziel der Veranstaltung ist es innerhalb der 24 Stunden möglichst viele Runden, auf dem legendären, ehemaligen Formel 1 Kurs, zurückzulegen. Durch die „grüne Hölle“, wie die alte Nordschleife auch genannt wird, waren in jeder Runde 500 Höhenmeter auf 23 km zu überwinden. Neben der einmaligen extremen Topographie des Rundkurses sorgten Temperaturen von 32 Grad am Samstag und Gewitter mit Regenfällen in der Nacht und am Sonntag für eine zusätzliche Herausforderung.

 

HoehendiagrammRaR_thumbHöhendiagramm Rad am Ring

Trotz der Hitzeschlacht mit sehr vielen Ausfällen am Samstag konnte Claudia Ihre Vorjahresleistung noch mal steigern und belegte nach 16 Runden bei den weiblichen Startern den dritten Platz in der Gesamtwertung und den ersten Platz in ihrer Altersklasse. Super ! Dirk Tombrink hatte sehr mit technischen Problemen zu kämpfen und hatte nach einer Ruhepause leider vergessen seinen Transponder wieder anzulegen, wodurch ihm eine Runde nicht gutgeschrieben wurde. Er fuhr 15 Runden. Bei mir lief es bis Mitternacht sehr gut und ich war mit meinen geplanten 11 Runden bis dahin im Soll. Nach einer kurzen Ruhepause sollte es so weiter gehen. Aber leider hatte mein Magen etc. etwas dagegen. Ich weiß bis heute nicht, wie cih dann noch die letzten 7 Runden geschafft habe. Es war wohl nur noch mein Geist der den Berg hochgefahren ist. Im Ziel soll ich ziemlich besch…. ausgesehen haben. Platz 55 war dann doch noch eine kleine Belohnung für mich.

Auch Werner S. und Ralf D. waren bei Rad am Ring am Start. Beide starteten im  4er Team der Berufsfeuerwehr Gelsenkirchen. Das Team mit Werner und Ralf fuhr 25 Runden und wurde in der Gesamtwertung 209.

Mein Resümee – extremer als 24 h Einzelstarter am Ring geht kaum. Daher Respekt vor den Leistungen aller Starter - wir haben alle unser Bestes gegeben.

Einen riesigen Dank an unsere Helfer. Dirk wurde von seiner Frau Angela bestens versorgt. Claudia und ich wurden von meinem Freund Ingo aus Kiel umsorgt und bemuttert. Ohne diese Unterstützung wären solche Leistungen nicht möglich.

 

RaR3_thumbund so sahen die 24h Fahrer nach der Tour aus